Historie
Die Katholische Deutsche Studentenverbindung Rappoltstein wurde am 17. Februar 1905 als Tochterverbindung der KDStV Badenia unter dem Namen AV Rappoltstein in Straßburg gegründet. Der Name leitet sich vom im Elsaß bekannten Rittergeschlecht der Rappoltsteiner ab, welches im bayerischen Hause Wittelsbach aufgegangen war.
Nach Jahren der erfolgreichen Etablierung wurden mit dem Kriegsausbruch 1914 die Verbindungsveranstaltungen eingestellt, ehe sich der Altherrenverband Rappoltstein im November 1918 auflöste. Nach dem Krieg ging Elsaß-Lothringen an Frankreich und die deutsche Universität wurde aufgehoben. Die Kölner Universität, die 1388 gegründet und 1798 von der damaligen französischen Regierung aufgehoben worden war, wurde im Juni 1919 von OB Konrad Adenauer wiederbegründet. Bereits im Mai hatte sich Rappoltstein als AV Rhein-Rappoltstein in Köln rekonstituiert, ehe die Verbindung 1924 in KDStV Rappoltstein umbenannt wurde. Die Mitgliederzahlen entwickelten sich steil nach oben, so dass 1925 die Ausgründung der Tochterverbindung Rheinstein erfolgte.

Ab dem Zeitpunkt der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 sah sich Rappoltstein – wie alle anderen demokratischen Studentenorganisationen – Repressalien seitens des nationalsozialistischen Unrechtsregimes ausgesetzt. 1935 stürmten die Nazis das Verbindungshaus in der Kerpener Straße und einige Rappoltsteiner wurden von der Gestapo verhört. Unter dem Druck der Nationalsozialisten wurde der Verbindungsbetrieb schließlich 1936 eingestellt und 1938 der Altherrenverband aufgelöst.Nach den unseligen Jahren des Zweiten Weltkrieges wurde 1946 zunächst zusammen mit der Tochterverbindung Rheinstein der Albertus-Club gegründet, doch schon im Frühjahr 1947 kam es zur Trennung. Die Rappoltsteiner Alten Herren gründeten schließlich im Mai 1947 für kurze Zeit die Rhenania mit drei Aktiven. Das von den Alliierten gestaltete Universitätsrecht ließ eine Gründung unter dem alten Namen zunächst nicht zu. 1951 wurden anlässlich der Fronleichnamsprozession erstmalig wieder die Farben Rappoltsteins in der Öffentlichkeit getragen; 1959 das heutige Verbindungshaus am Karl-Schwering-Platz eingeweiht.
1977 erfolgte die Fusion des Altherrenverbandes der VKDSt Eckart mit dem der Rappoltstein. Eckart war als Erwinia einen Tag vor Rappoltstein gegründet und nach dem Krieg ebenfalls in Köln wiederbegründet worden. Durch die Fusion wurde Rappoltstein zu einer der größten Korporationen überhaupt. In jener Zeit wurden die klassischen Verbindungsveranstaltungen ergänzt durch die noch heute durchgeführten Forumsveranstaltungen. Seither waren u.a. Johannes Rau, Otto Graf Lambsdorff, Hans-Jürgen Wischnewski, Ignaz Bubis, Udo Lattek und Philipp Freiherr von Boeselager als Vortragende zu Gast auf dem Rappoltsteiner Haus.Im Jahre 2005 wurde mit rund 800 Gästen im Kölner Gürzenich der Kommers zum 100. Stiftungsfest begangen. Eine umfassende und sehr detaillierte Verbindungsgeschichte ist in der großartigen, von AH Friedrich J. Ortwein v/o Dr. cer. Flönz verfassten 800-seitigen Chronik der Verbindung nachzulesen.

